Österreichisch-Japanisches Komitee für Zukunftsfragen am Campus Hagenberg

Japanische Delegation in Oberösterreich
Die 22. Tagung des Österreichisch-Japanischen Komitees für Zukunftsfragen hat sich unter anderem mit der Veränderung von Mobilität beschäftigt. Dabei wurde die japanische Vision der Society 5.0 und die aktuellen österreichische Initiativen zur Automatisierung des Gütertransports - DigiTrans und Connecting Austria - diskutiert. © FH OÖ
Gruppenfoto mit japanischen Kollegen
V.l.n.r. Botschafter Kiyoshi Koinuma, Hiroshi Miyata (Fellow, Fujitsu Laboratories), Heinz Dobler (FH OÖ, mit Gastgeschenk des Komitees), GD Yoshio Sato und Univ.-Prof. Dr. Wolfang Mazal (beide Vorsitzende des Österreichisch-Japanischen Komitees für Zukunftsfragen) © FH OÖ

15.11.2018

Am 12. November tagte das Österreichisch-Japanische Komitee für Zukunftsfragen an der FH Oberösterreich (FH OÖ) in Hagenberg. Im Fokus eines gemeinsamen "Open Symposium" standen die Automatisierung und digitale Vernetzung unserer Fahrzeuge sowie IT-Sicherheit.

Das Österreichisch-Japanische Komitee für Zukunftsfragen erörtert in jährlichen Tagungen aktuelle gesellschaftliche und politische Fragen, die für die beiden Staaten von Relevanz sind. Angesichts der diesjährigen Themen „Autonomes Fahren und Internetsicherheit“ war es nahe liegend, die FH OÖ und den Softwarepark in Hagenberg zu besuchen – denn, so der japanische Botschafter in Österreich, Kiyoshi Koinuma, „hier besteht seit Jahren in eben diesen Themenfeldern eine enge Kooperation zwischen Hochschule und Industrie, die zu herausragender Expertise geführt hat“. 

Die Mobilität der Zukunft
Die Experten starteten bei ihrem Besuch mit Impulsvorträgen und einer anschließenden Diskussion zum Thema „Technologischer Wandel in der Mobilität“. Matthias Neubauer vom Logistikum der FH OÖ in Steyr referiert über das Forschungsprojekt „DigiTrans – Test Region for Automated and Interconnected Driving“. Hiroshi Miyata (Fujitsu Laboratories) widmete sich dem automatisierten und vernetzten Fahren, das auch Gerald Ostermayer, Leiter des Hagenberger Bachelorstudiums Automotive Computing, in Bezug auf sein Potenzial für den Straßenverkehr beleuchtete.  

GD Yoshi Sato, Vorsitzender des Österreichisch-Japanischen Komitees und Vorstandsvorsitzender der Sumitomo Life Insurance Company, zeigte sich von den Präsentationen beeindruckt: "Die Vorträge zeigten, dass in beiden Ländern Fachleute an Themenstellungen arbeiten und derzeit entscheidende Vorarbeiten leisten. Derzeit konzentriert sich die Forschung in beiden Ländern auf die Vorhersage und Analyse von Verkehrsströmen. Dies ist nicht nur wichtig, um bestehenden Verkehr zu verbessern oder zu vermeiden, sondern auch Voraussetzung für die Programmierung autonom fahrender Verkehrsmittel.“  

„Auch Japan ist bereits seit längerem mit Problemen konfrontiert, die aus der Urbanisierung und alternder Gesellschaft resultieren. Es reicht nicht aus, eine gute Infrastruktur zu haben, es muss auch an der Vernetzung aller Verkehrsteilnehmern über das Internet gearbeitet, um den Verkehrsfluss zu optimieren“, weiß Wolfgang Mazal, ebenfalls Vorsitzender des Österreichisch-Japanischen Komitees und Professor für Arbeits- und Sozialrecht an der Universität Wien. „Autonomes Fahren wird nicht nur für den innerbetrieblichen Fernverkehr und den Fernverkehr wichtig sein, sondern auch zur Bewältigung von Problemen der alternden Gesellschaft,“ so Mazal weiter. 

Cyber Security: eine große Herausforderung
Als zweites Thema stand IKT-Sicherheit im Fokus der Tagung. Michael O’Connell, ehemaliger hochrangiger Polizist in Großbritannien sowie Interpol-Direktor und aktuell Vize-Präsident der NEC Corporation, stellte die globale Bedrohung "Cyber-Kriminalität"  und  Gegenmaßnahmen wie sie NEC entwickelt in den Mittelpunkt. Eckehard Hermann, Harald Lampesberger und Alexander Aigner vom FH OÖ Department Sichere Informationssysteme in Hagenberg widmeten sich den Möglichkeiten, die Deep Learning für Videoüberwachungsapplikationen bietet.  

Im Anschluss gab es für die Delegation und interessierte Symposiums-TeilnehmerInnen auch eine Vorstellung des Softwarepark Hagenberg und eine Führung durch eben diesen. Danach standen weitere Präsentationen von der in Hagenberg ansässigen STIWA Group, RSIC Software GmbH und des Software Competence Center Hagenberg (SCCH) am Programm, die ebenfalls in den im Fokus stehenden Themenbereichen forschen.

Kooperation geplant
Der Wissensaustausch zwischen Österreich und Japan, an dem rund 60 Personen teilnahmen, war für beide Seiten ein Gewinn und Anstoß für künftige Zusammenarbeit. "Ich hoffe, dass die beiden Länder und ihre Forscher in den kommenden Jahren intensiv kooperieren", so GD Yoshi Sato. Genauso denkt FH OÖ-Professor Dr. Heinz Dobler: „Das Symposium bot uns spannende Einblicke in die Themen automatisiertes Fahren und Cyber Security. Wir wollen Kooperationsmöglichkeiten in diesen Bereichen finden, da wir für beide Themen entsprechende Studiengänge und Forschungsexpertise in Hagenberg haben," sagt der Leiter des Bachelorstudiums Software Engineering in Hagenberg. 

Über das Österreichisch-Japanische Komitee für Zukunftsfragen:
Das Österreichisch-Japanische Komitee für Zukunftsfragen ist ein hochrangig besetztes Gremium aus Wirtschaft und Hochschulen. Es bietet eine Plattform für japanische und österreichische Experten aus den Bereichen Wirtschaft und Wissenschaft sowie Regierungsvertreter, um gemeinsam Interessensgebiete, die für die Zukunft beider Länder von Bedeutung sind, zu diskutieren. Dazu tagt das Komitee  abwechselnd in Japan und in Österreich, heuer zum 22. Mal. Gegründet wurde es im Jahre 1990 im Rahmen einer japanisch-österreichischen Außenministerkonferenz in gegenseitigem Einverständnis, damals noch unter anderem Namen. Dem Komitee hat jeweils einen japanischen und einen österreichischer Vorsitzender, zurzeit sind dies Yoshio Sato, Vorstandsvorsitzender der Sumitomo Life Insurance Company, und Prof. Wolfgang Mazal, Vorstand des Instituts für Arbeits- und Sozialrecht der Universität Wien.
 

www.fh-ooe.at/campus-hagenberg/